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Arbeitsweise

Aufgabe der Zentralen Stelle ist es, das gesamte erreichbare ermittlungsrelevante Material über nationalsozialistische Verbrechen weltweit zu sammeln, zu sichten und auszuwerten. Hauptziel ist es dabei, nach Ort, Zeit und Täterkreis begrenzte Tatkomplexe herauszuarbeiten und noch verfolgbare Beschuldigte festzustellen. Ist dies so weit wie möglich gelungen, schließt die Zentrale Stelle ihre Vorermittlungen ab und leitet den Vorgang  der zuständigen Staatsanwaltschaft zu. Dieser leistet die Zentrale Stelle weiterhin Amtshilfe.

Seit Mai 1960 kann im Wesentlichen nur noch Mord (§ 211 StGB), also die besonders grausame oder heimtückische, aus Mordlust, niedrigen Beweggründen oder mit gemeingefährlichen Mitteln begangene Tötung eines Menschen, die im Gegensatz zum „bloßen“ Totschlag nicht verjährt ist, bestraft werden. In diesem Rahmen bleibt die Verfolgung der Täter gesetzlich vorgeschrieben und ist weiterhin Grundlage des Fortbestehens der Zentralen Stelle. Jedermann hat sich bis zum Ende seines Lebens, Vernehmungs- und Verhandlungsfähigkeit vorausgesetzt, seiner strafrechtlichen Verantwortung zu stellen. Für Angehörige oder Überlebende ist es häufig von größter Wichtigkeit und für zukünftige Generationen Mahnung, dass derartige Taten konsequent bis zum Schluss verfolgt werden. Dies dient dem Rechtsfrieden und kennzeichnet den Rechtsstaat.

Seit langem arbeitet die Zentrale Stelle hierzu mit ausländischen Behörden zusammen, darunter solchen, die sich ebenfalls mit nationalsozialistischen Verbrechen beschäftigen, wie der "Hauptkommission zur Verfolgung der Verbrechen gegen das polnische Volk" sowie dem "Office for Special Investigations "(OSI) beim Justizministerium der USA und der entsprechenden Dienststelle des kanadischen Justizministeriums. Darüber hinaus besteht ein intensiver Rechtshilfeverkehr mit italienischen Justizbehörden, vor allem mit den dortigen Militärstaatsanwaltschaften. Seit dem Ende des Kalten Krieges werden auch im ehemaligen Ostblock lagernde Unterlagen gesichtet, so insbesondere auch das umfangreiche „NS-Archiv“ des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der ehemaligen DDR. Darüber hinaus erstreckt sich die Tätigkeit neuerdings auch auf Südamerika.